Ältere Güterwagen
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Einem eisenbahninteressierten Kontinentaleuropäer fallen sofort die winzigen Abmessungen der frühen offenen und gedeckten Güterwagen der britischen Eisenbahngesellschaften auf, wie sie in der Zeit des Dampfbetriebes üblich waren. Ab 1965 jedoch veränderte sich dank der Einführung der Druckluftbremse das Aussehen dieser Güterwagen stark, diese modernen Güterwagen werden im Artikel moderne Güterwagen behandelt.

Historischer Überblick

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Der Form und Größe nach waren es gewissermaßen die Nachfolger der Förderwagen der britischen Kohlebergwerke. Ladefähigkeiten von 7 bis 10 Tonnen erschienen in der Anfangszeit der Eisenbahn mehr als ausreichend. Schon bald aber stellte man fest, dass durch die Existenz der Eisenbahn auch das Transportaufkommen enorm anstieg.
Auch waren Güterwagen anfangs meist mit Dumb Buffers (starre, meist viereckige Puffer) ausgerüstet, wie auf dem Bild rechts zu sehen. So ausgerüstete Wagen waren teilweise bis zum zweiten Weltkrieg im Einsatz.

Um 1890 konnte man die Einführung größerer Güterwagen nicht mehr aufhalten. Aufgrund des kleinen Lichtraumprofils konnte man aber weder in die Breite, noch in die Höhe gehen, sondern nur in der Längsrichtung die Wagen vergrößern.
Andere Länder lernten im Übrigen frühzeitig daraus und wählten von vorneherein ein größeres Lichtraumprofil, dass größere Güterwagen mit höherem Ladegewicht erlaubte.

1889 experimentierte als erstes die Great Western Railway mit 11 m langen Drehgestellwagen. Aber die Wagen waren oft nicht ausgelastet und man erkannte, dass eine flexible Nachfrage besser mit mehreren kleinen Güterwagen abzudecken war.

Letztendlich konnte man durch Fortschritte bei der Bauweise der Wagen mit hölzernem Wagenkasten und metallischen Streben langsam das Ladegewicht erhöhen. 1953 wurde mit 24,5 Tonnen das Maximum erreicht.

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Definition "Güterwagen"

Die Bezeichnungen "Personenwagen" und "Güterwagen", wie man es aus Deutschland und vielen anderen Ländern gewohnt ist, gibt es so eigentlich nicht in Großbritannien und Irland.
Vielmehr wird zwischen "Coaches" und "Wagons" unterschieden. In Coaches wird Ladegut transportiert, welches zeitkritisch am Zielort sein muss. Darunter fallen Personenwagen, aber auch die sogenannten Non-Passenger Carrying Coaching Stock. Unter Wagons fallen alle anderen Güterwagen, welche die zuvor genannte Bedingung nicht erfüllen.

Rückgang des Güterverkehrs

In Großbritannien ging der Güterverkehr, wie in praktisch allen Industrieländern, seit nach dem zweiten Weltkrieg zurück. Alleine in den Jahren von 1954 bis 1961 um 20%.
Sehr gut ablesen kann man die Bedeutung des Güterverkehrs an der Anzahl der in einem Land in Betrieb befindlichen Güterwagen. Waren um 1910 in Großbritannien noch über 1 Million Güterwagen unterwegs, so waren es Ende der 1960er gerade noch 470.000 und zehn Jahre später lediglich 250.000 Güterwagen.
1974 war British Railways die europäische Eisenbahngesellschaft mit dem niedrigsten Anteil am nationalen Gütertransportaufkommen von nur 10%.

Farbgebung und Beschriftung

Farbe

In der Regel behielten die Gesellschaften ihre Grundfarbe bei, auch wenn oft leichte Farbabweichungen keine Ausnahme waren.
Aber es gab auch Farbänderungen, so war bei Gunpowder Vans der Great Eastern Railway (GER) vor 1909 die obere Hälfte rot und die untere Hälfte Kakaobraun, danach oben hellgrau und unten oxidrot.
Die Great Western Railway (GWR) wechselte irgendwann zwischen Ende der 1870er Jahre und 1898, das genaue Jahr ist nicht bekannt, von rotbraun zu dunkelgrau. Diese Farbe wurde dann bis zur Verstaatlichung 1948 beibehalten.

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Bei der Midland and Great Northern Railway (M&GN) waren Güterwagen bis 1917 oxidbraun gestrichen, also im gleichen Farbton wie die Güterwagen der Great Northern Railway (GNR). Danach bekamen sie die mittelgraue Lackierung, wie sie auch für die Güterwagen der Midland Railway (MR) verwendet wurde.
Die Lancashire and Yorkshire Railway (L&YR) verwendete zwischen 1901 und 1909 auch hellblaue, hellgrüne, rosa und schwarze Güterwagen. Davor und danach waren alle weiß.

Beschriftung

Um 1900 bis 1910 stellten fast alle Gesellschaften die Kennzeichnung ihrer Güterwagen um.
War zuvor meist nur eine sogenannte "illiterate's mark" (Analphabeten-Kennzeichnung) - z.B.: der Vierpass der North British Railway - angebracht, oder die Initialen der Gesellschaft nur in sehr kleiner Größe, wurden dann die Initialen wesentlich größer und auffälliger angebracht und die "illiterate's mark" fielen im Laufe der Zeit dann ganz weg.

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Spezialgüterwagen für Schwertransporte

Bereits um 1900 bauten einige britischen Eisenbahngesellschaften erste spezielle Wagen, sogenannte Boiler Trucks, um große Gussteile oder Bauteile von Brücken transportieren zu können. Während des ersten Weltkrieges entstand schon bald ein großer Bedarf an Armour Plate Wagons, speziellen Wagen für den Transport von Panzern.

Mit der Zeit wurden die zu befördernden Maschinen und Bauteile immer größer und schwerer, so dass zur Zeit der Big Four noch wesentlich größere Güterwagen, die auch eine wesentlich höhere Tragfähigkeit aufwiesen, gebaut wurden.

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8-achsiger Spezialtransportwagen der LMS aus den 1920er Jahren mit einem Eigengewicht von
47,75 Tonnen und 100 Tonnen Tragfähigkeit.

Spezialgüterwagen für Bodenbeläge

Einige Gesellschaften bauten extra Güterwagen für den Transport von Bodenbelägen, vor allem Linoleum.

Hauptartikel: Linoleum Wagon

Güterwagen nach Gesellschaften unterteilt

Hauptartikel: Güterwagen nach Gesellschaften

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Güterwagen

Siehe auch

Opens, Vans, Mineral Wagons, Milk Tank Wagons, Conflat, Private Owner Wagons
moderne Güterwagen, NPCCS

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