Personenwagen der Great Central Railway

Personenwagen der Manchester, Sheffield and Lincolnshire Railway (MS&LR) waren bis 1857 claret (bordeauxrot). Danach wurden sie lediglich lackiert (varnished teak) und hatten goldene Zierlinien. Die Wagendächer waren weiß.
Nach der Umbenennung in Great Central Railway (GCR) änderte sich nicht nur die Lackierung, sondern man begann auch großen Wert auf eine bequeme Ausstattung und hohe Sicherheit zu legen.

Farbgebung

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Mit der Eröffnung der Great Central Main Line (GCML) 1899 wurden die Wagen french grey (französisch grau) und dunkelbraun lackiert. Sie bekamen goldene Zierlinien und eine goldende Beschriftung mit schwarzen Schatten. 1903 änderte man das french grey in ein helles cremefarben. Nach 1908 ging man wieder zur Teak-Optik über, die bis zum Grouping 1923 beibehalten wurde.

Bequemlichkeit

Bei den Wagen für den Einsatz auf der GCML legte man großen Wert auf Luxus und Bequemlichkeit. So setzte man selbst in der 3. Klasse sehr bequeme und großzügige Speisewagen ein. In den Zügen die keinen Speisewagen mitführten befand sich jeweils ein spezieller Personenwagen mit Schankraum, der von der Einrichtung her einem britischen Pub ähnelte (Bild rechts).

Sicherheit

Neben der Bequemlichkeit legte die GCR aber auch sehr großen Wert auf Sicherheit. 1916 entwickelte John G. Robinson, der Chief Mechanical Engineer der GCR, eine spezielle Antikollisionsschutzvorrichtung. Zum einen hatten die Puffer eine Art Reserve- oder Sicherheitspuffer hinterhalb der eigentlichen Puffer, zum andere gab es oberhalb der Puffer eine Vorrichtung aus Stahl, die im Falle einer Kollision einen Teil der Kräfte absorbieren sollte.

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Zum realen Einsatz kamen diese Schutzvorrichtungen, soweit bekannt, aber lediglich ein einziges Mal nach dem Grouping zu LNER-Zeiten.

John G. Robinson entwickelte die speziellen Antikollisionspuffer weiter und lies sich diese auch patentieren (siehe Weblinks).

Modelle

Fertigmodelle gibt es keine, aber die Kleinserienhersteller Mousa Models und Worsley Works bieten Bausätze für verschiedene Personenwagen in der Nenngröße 00 an.

Quellen

"Centralblatt der Bauverwaltung", Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Nr. 47 vom 16. Juni 1900
"Railway and Locomotive Engineering", März 1916
"Railway Mechanical Engineer", August 1916

Weblinks

http://patent.ipexl.com/GB/194055-a.html — Patentanmeldung von 1922 für von Robinson entwickelte Antikollisionspuffer

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