London and North Western Railway (LNWR)
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Die London and North Western Railway (LNWR) war eine britische Eisenbahngesellschaft, die von 1846 bis 1922 existierte. Sie entstand aus der Fusion der drei Gesellschaften Grand Junction Railway, London and Birmingham Railway und Manchester and Birmingham Railway. Sie bezeichnete sich selber auch als Premier Line. Die Bezeichnung geht auf die Liverpool and Manchester Railway zurück, der weltweit ersten Bahnlinie mit Personenverkehr, die später in der Grand Junction Railway aufging.
Die LNWR war damals die größte Aktiengesellschaft in Großbritannien und damit profitabler als jede andere Bahngesellschaft des Landes. 1910 hatte die LNWR knapp 83000 Beschäftigte.

Beim Grouping 1923 wurde die LNWR Teil der London, Midland and Scottish Railway (LMS).

Lokomotiven

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Die LNWR baute Ihre Dampflokomotiven alle selber in den eigenen Werkstätten in Crewe. Das Foto zeigt eine LNWR 17in Coal Engine in Crewe Works im Jahr 1878. Die LNWR war eine der wenigen Gesellschaften die bei ihren Dampflokomotiven teilweise die Joysteuerung verwendete.

Die Lokomotiven waren anfangs grün mit schwarzen Zierlinien. Einige Lokomotiven der Bloomer Class waren von 1861 bis 1862 Plum-red (pflaumenrot) lackiert, ab 1862 aber wieder grün.
Ab 1873 war dann Blackberry Black (Brombeeren-schwarz) die Standardfarbe, wobei Personenzug-Lokomotiven teilweise rote, weiße und blaugraue Zierlinien hatten. Ab den 1890er Jahren bekamen auch viele Güterzug-Lokomotiven solche Zierlinien.

Auswahl von Dampflokomotiven der LNWR:
DX Goods Class (Meistgebaute Lokomotive Großbritanniens)
Webb Experiment Class
Dreadnought Class
Teutonic Class
Greater Britain Class
John Hick Class
Claughton Class

Personenwagen

Hauptartikel: Personenwagen der London and North Western Railway

Güterwagen

Hauptartikel: Güterwagen der London and North Western Railway

Streckennetz

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Entlang der West Coast Main Line wurden viele große Städte erschlossen. Sie verband London mit Birmingham, Crewe, Liverpool, Manchester, sowie Edinburgh und Glasgow in Schottland. Das Streckennetz führte aber auch nach Wales zu den Städten Holyhead, Swansea und Newport und erreichte kurz vor dem ersten Weltkrieg mit 3168 km seinen Höhepunkt. Damit war die LNWR nach der Great Western Railway die zweitgrößte Eisenbahngesellschaft Großbritanniens. Durch den Anschluss in Carlisle an die Caledonian Railway (CR) bestand auch eine direkte Verbindung von London bis Aberdeen. Ab 1862 kooperierten die beiden Gesellschaften beim Betrieb der WCML. Man beschaffte einheitliche Personen- und auch Güterwagen, den sogenannten West Coast Joint Stock (WCJS), um einen durchgehenden Betrieb auf dieser wichtigen Strecke zu ermöglichen.

Auch Königin Victoria reiste sehr gerne mit der LNWR, wofür ab 1869 ein spezieller Salonwagen bereit gehalten wurde.
Die LNWR war auch eine der ersten Gesellschaften, die ab 1883 sehr luxuriöse und elegante sechsachsige Speisewagen einsetzte.

Das Foto zeigt ein Ticket der LNWR aus dem Jahr 1894.

Schmalspurbahnen

Die LNWR betrieb auch zwei Schmalspurbahnen: Zum einen die Crewe Works Railway, der Werksbahn der eigenen Eisenbahnwerkstätten in Crewe und zum anderen die bereits 1828 eröffnete Nantlle Railway.

Die LNWR in Irland

Die LNWR betrieb auch eine Bahnlinie in Irland, die Dundalk, Newry & Greenore Railway (DNGR). Diese Bahnstrecke wurde 1867 eröffnet und kam beim Grouping 1923 ebenfalls zur LMS. 1933 wurde die Bahn von der Great Northern Railway Ireland übernommen.

Mitarbeiter

1909 beschäftige die LNWR zusammen mit allen Tochterunternehmen (Lokomotiv- und Wagenwerkstätten, Schiffe, Hotels, u.s.w.) 82835 Personen, davon 1542 Frauen.
Darunter waren 4085 Lokführer, 2139 Bremser, rund 14000 Mechaniker u.v.a.

Mitarbeiter im äußeren Dienst waren immer uniformiert oder zumindest mit einem Dienstabzeichen versehen.

Hauptartikel: Uniformen der LNWR um 1910

Hotels, Wäschereien und Bäckereien

Die LNWR war, wie alle großen britischen Eisenbahngesellschaften der damaligen Zeit, auch im Besitz mehrerer großer Hotels. Unter anderem in Birmingham, London und Liverpool, aber auch im irischen Dublin. In Verbindung mit den Hotels hatte die LNWR eigene Wäschereien und auch Bäckereien. Die Bäckerei im Euston Hotel in London genoss damals den Ruf die besten Vienna rolls (Kaisersemmel) von ganz Großbritannien zu backen.

Straßenfahrzeuge zur Warenauslieferung

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Hopfenauslieferung um 1900.
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Eine Ladung leere Fischkisten um 1900.

Modelle

Fertigmodelle nach LNWR-Vorbild gibt es nur sehr wenige: Dapol bietet einen Gunpowdervan in den Nenngrößen 00 und N an. Union Mills hat eine Dampflokomotive der LNWR G2 Class in Spur N im Programm und Wynford Classics ein Tinplate-Modell der LNWR Bloomer Class für Nenngröße 0. Daneben gibt es eine Vielzahl von Kleinserienherstellern, die Bausätze anbieten (siehe Weblinks). Ratio Plastic Models hat Kunststoff-Bausätze von LNWR-Coaches für 00 im Sortiment. Für 2016 hat Bachmann eine LNWR Webb Coal Tank in 00 angekündigt.

Impressionen

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Crewe Works um 1890.
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LNWR 2-4-2 Tank
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Ex-LNWR 0-6-0 Lokomotive nördlich Llangefni Station um 1936.
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LNWR 2-4-0 'Chopper' No.1001 in Red Wharf Bay and Benllech station, 1909.
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Der 15:15 Zug aus Holyhead beim Verlassen der Britannia Bridge, 1905.
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Pen-y-groes Railway Station um 1875.
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Water Troughs auf der West Coast Main Line, 1904.
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LNWR Railcar in Bicester Town um 1910.
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Ein LNWR C Class mit einem Güterzug beim Verlassen von Crewe Station 1907.

Quellen und Weblinks

https://en.wikipedia.org/wiki/London_and_North_Western_Railway — Eintrag in der englischen Wikipedia
http://en.wikipedia.org/wiki/Dundalk,_Newry_and_Greenore_Railway — Die Irische Strecke der LNWR
http://www.lnwrs.org.uk/ — London & North Western Railway Society
http://www.lnwrs.org.uk/Modelling/index.php — Übersicht über alle lieferbaren Modelle und Bausätze nach LNWR-Vorbild für alle Nenngrößen

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