London Midland and Scottish Railway (LMS)
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Die London Midland and Scottish Railway war die größte und reichste der Big Four. Sie entstand 1923 aus dem Zusammenschluss der Midland Railway (MR), der London and North Western Railway (LNWR), der Lancashire and Yorkshire Railway (L&YR), der London, Tilbury and Southend Railway (LTSR), der Caledonian Railway (CR), der Glasgow and South Western Railway (G&SWR), der North Staffordshire Railway (NSR), der Furness Railway (FR) und der Highland Railway (HR). Dennoch zeigte sich die LMS eher als expandierte Midland Railway. Die Lokomotivpolitik der MR wurde zunächst beibehalten, also kleine Maschinen bevorzugt und bei Bedarf in Doppeltraktion eingesetzt. Trotzdem erwiesen sich die ehemaligen LNWR-Lokomotiven als den MR-Loks überlegen, so dass es bald zu größeren und an LNWR-Bauprinzipien angelehnte Loks kam.

Die LMS hatte einige namhafte Züge, da die West Coast Main Line (WCML) in ihrem Einzugsbereich lag und diese viele große Städte verbindet. London war mit Birmingham, Liverpool, Manchester und Glasgow vebunden. Aber auch die Midland Main Line (MML) gehörte zur LMS, so dass die LMS auch berühmte Züge von London nach Derby, Sheffield und Leeds führte.

Innerhalb Londons war die LMS mit den Endbahnhöfen St. Pancras (MML), Euston (WCML) und Broad Street (1986 geschlossen) vertreten. Außerdem existiert bis heute der Endbahnhof Fenchurch Street der schon immer isoliert gelegenen LTSR.

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Dampflokomotiven

Hauptartikel: Dampflokomotiven der LMS

Personenwagen

Hauptartikel: Personenwagen der LMS

Güterwagen

Der Güterverkehr brachte der LMS 60% der Einnahmen ein. Es gab daher eine Vielzahl verschiedenster Güterwagen für die Beförderung von frischen verderblichen Waren wie Milch, Fisch und Fleisch, bis hin zu Schüttgutmineralien und Spezialtransportwagen mit 100 Tonnen Tragfähigkeit. Besonders bemerkenswert waren die Kohlezüge von Toton-Brent, die Kohle vom Nottinghamshire-Kohlerevier nach London brachten. 1926 begann die LMS mit der Einführung von einheitlichen Containern und dem Transport auf speziellen Flachwagen (Conflat).

Schmalspurbahnen

Die LMS verfügte auch über einige Schmalspurbahnen in Großbritannien.

Hauptartikel: Schmalspurbahnen der LMS

Die LMS Irland

Die zur Midland Railway gehörende nordirische Eisenbahngesellschaft Northern Counties Committee (NCC) wurde ebenfalls Teil der neu gegründeten LMS. Somit betrieb die LMS als einzige der vier Gesellschaften auch ein Streckennetz in Irland (323 km in irischer Breitspur und 103 km in 3 Fuß Schmalspur). Daneben betrieb die LMS zusammen mit der Great Northern Railway Ireland (GNRI) die County Donegal Railways, ein weiteres fast 200 km langes 3 Fuß Schmalspurnetz. Auch die 42 km lange Breitspurstrecke der Dundalk, Newry and Greenore Railway, welche davor zur LNWR gehörte, wurde 1923 von der LMS übernommen, allerdings 1933 an die Great Northern Railway (Ireland) (GNRI) abgegeben.
Siehe auch: Geschichte der Eisenbahn in Irland.

Joint Railways

Die LMS betrieb zusammen mit anderen Gesellschaften auch einige Joint Railways. So zum Beispiel zusammen mit der London and North Eastern Railway (LNER) die Midland and Great Northern Railway und Cheshire Lines Railway. Die Somerset and Dorset Joint Railway wurde zusammen mit der Southern Railway (SR) betrieben.

LMS Running in boards

Ab 1930 verwendete die LMS einheitliche Running in boards aus Aluminium.

Hauptartikel: LMS Hawkseyes

Verstaatlichung

Von der LMS wurde der schottische Teil 1948 bei der Verstaatlichung der neuen Scottish Region von British Railways (BR) zugeschlagen, der Rest bildete die neue London Midland Region. Die LTSR kam zur Eastern Region von BR.

Impressionen

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Güterverladung um 1925.
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Elekrtrischer Triebwagen wie sie auf der North London Line eingesetzt wurden (1928).
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Signalbrücke bei Blackpool, 1928.

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8-achsiger Spezialtransportwagen mit 100 Tonnen Tragfähigkeit, 1928.
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Euston Station, 1944.

Quellen und Weblinks

https://de.wikipedia.org/wiki/London,_Midland_and_Scottish_Railway — Eintrag in der deutschen Wikipedia
https://en.wikipedia.org/wiki/London,_Midland_and_Scottish_Railway — Eintrag in der englischsprachigen Wikipedia
http://www.lmssociety.org.uk/ — The LMS Society
https://web.archive.org/web/20061016093909/http://www.virgintrainsmediaroom.com/media/adobepdf/10%20LMS%204F.pdf — The LMS era

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