Dampftriebwagen (Steam Railcar)

Ein Steam Railcar (Dampftriebwagen) oder auch Rail Motor Car oder Steam Rail Motor, ist ein mit einer Dampfmaschine angetriebenes Eisenbahnfahrzeug.

Die Kombination aus Dampflokomotive und Triebwagen gilt als Vorläufer der späteren Verbrennungstriebwagen. Anfangs bestanden solche Dampftriebwagen aus einer kleinen Dampflokomotive, meist mit der Achsfolge 0-4-0T, 0-2-2T oder 2-2-0T, und einem Personenwagen. Die Dampflok ersetzte sozusagen das eine der beiden Drehgestelle des Personenwagens. Später schauten Dampftriebwagen eher aus wie ein Personenwagen in dem eine Dampfmaschine integriert war. Meist dann mit einem stehendem Kessel.

In den frühen 1900er Jahren schafften sich sehr viele Gesellschaften solche Dampftriebwagen an. Hintergrund war der Wunsch Antrieb und Sitzplatzangebot in einem Fahrzeug zu vereinen, um auch niedrige Verkehrsaufkommen wirtschaftlich abdecken zu können.

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Der erste in Großbritannien gebaute Dampftriebwagen war 1848 bei der Bristol and Exeter Railway im Einsatz. Das Bild zeigt einen ähnlichen Dampftriebwagen der ab 1849 bei der Eastern Counties Railway fuhr. Zwischen 1902 und 1911 wurden fast 200 Dampftriebwagen gebaut. 99 davon gehörten der Great Western Railway. Der letzten Dampftriebwagen wurde 1933 für die Southern Railway gebaut. Mit am längsten in Betrieb waren die Dampftriebwagen der London and North Western Railway (LNER). Der letzte wurde 1948 außer Dienst gestellt.

Zur gleichen Zeit als die Dampftriebwagen immer größere Verbreitung fanden, experimentierten einige Gesellschaften bereits mit einer Alternative, mit benzinbetriebenen Triebwagen, die sich aber nicht durchsetzen konnten.

Gesellschaften die bereits elektrifizierte Strecken betrieben, wie die North Eastern Railway und die Mersey Railway setzten zu dieser Zeit bereits auf elektrische Triebwagen.

Siehe: Tyneside Electrics

Alexandra (Newport and South Wales) Dock and Railway

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Die Alexandra (Newport and South Wales) Dock and Railway (AD(N&SW)&R) setzte ab 1904 einen Dampftriebwagen auf der Strecke von Pontypridd über Caerphilly nach Machen ein.
1906 wurde ein zweites Exemplar (Bild) gekauft. Dieser hatte 54 Sitzplätze, die in Längsrichtung angebracht waren und war sehr luxuriös eingerichtet mit Ahornholz und Mahagonifurnier.

Great Central Railway

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Die Great Central Railway (GCR) ließ zwischen 1904 und 1905 drei Dampftriebwagen bauen. Allerdings blieb der erhoffte Erfolg aus und die drei wurden 1914 stillgelegt.

Ab 1912 kam bei der GCR ein benzinbetriebener Triebwagen zum Einsatz, der wesentlich erfolgreicher war.

Great Northern Railway

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Rail Motor Cars oder auch Rail Motor Coaches nannten sich die sechs Dampftriebwagen der Great Northern Railway (GNR) die 1905 und 1906 gebaut wurden.

Sie kamen beim Grouping 1923 alle zur London & North Eastern Railway und wurden 1925/26 außer Dienst gestellt.

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Weitere Informationen: https://www.lner.info/locos/Railcar/gnr_railmotor.php

Great North of Scotland Railway

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1905 ließ die Great North of Scotland Railway bei Andrew Barclay & Sons Co. zwei Dampftriebwagen bauen. Auffällig war der stehende Cochran-Kessel der diesem Dampftriebwagen seine seltsame Form verlieh. Es war das einzige Mal, dass diese Kesselart bei Lokomotiven getestet wurde. Nachdem diese nicht sehr erfolgreich waren wurden sie bereits zwischen 1909 und 1910 wieder stillgelegt.

Weitere Informationen: https://en.wikipedia.org/wiki/Vertical_boiler_with_horizontal_fire-tubes#Cochran_boiler

Great Western Railway

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Nach den erfolgreichen Versuchen mit dem Dampftriebwagen der LSWR & LBSCR (siehe dort) 1902 zwischen Stroud Chalford und Stonehouse in Gloucestershire, entschloss man sich bei der Great Western Railway ebenfalls Dampftriebwagen anzuschaffen. Bis 1908 entstanden so 99 Dampftriebwagen unterschiedlichster Bauart.

Beim Grouping 1923 waren noch 53 Exemplare im Einsatz. Die letzten wurden im Oktober 1935 stillgelegt.

Das Bild zeigt einen 2012 rekonstruierten und funktionsfähigen Dampftriebwagen von 1908 der heute im Didcot Railway Centre steht.

Weitere Informationen: https://en.wikipedia.org/wiki/GWR_steam_rail_motors

Modelle: Von Nu-Cast gibt es einen Bausatz für Nenngröße 00.

Lancashire and Yorkshire Railway

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Die Lancashire and Yorkshire Railway setzte ab 1905 Dampftriebwagen ein. Die beiden 1905 gebauten Exemplare, die baugleich mit den ersten der Taff Vale Railway waren (siehe weiter unten), wurden jedoch schon 1909 wieder außer Betrieb genommen. Von 1906 bis 1911 wurden 18 Maschinen des von George Hughes konstruierten Dampftriebwagens (Bilder) mit je 56 Sitzplätzen eingesetzt.
Diese waren sehr erfolgreich und alle Maschinen kamen beim Grouping 1923 zur London Midland and Scottish Railway. Der letzte erlebte auch noch die Verstaatlichung und fuhr bei British Railways noch bis zum 6. März 1948.

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Weitere Informationen: https://en.wikipedia.org/wiki/L%26YR_railmotors

London Midland and Scottish Railway

Siehe: London & North Eastern Railway - Sentinel Steam Railcar

London & North Eastern Railway

Sentinel Steam Railcar

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Die ersten Sentinel Dampftriebwagen lieferte Sentinel Cammell 1923 an die Jersey Railway Co. auf der Kanalinsel Jersey. Insgesamt fertigte Sentinel Cammell 290 Dampftriebwagen die weltweit im Einsatz waren.

Die London and North Eastern Railway (LNER) beschaffte, nach einem erfolgreichen Test 1924, zwischen 1925 und 1932 insgesamt 80 Sentinel Dampftriebwagen in unterschiedlichen Ausführungen.
Die London Midland and Scottish Railway (LMS) führte 1925 erfolgreiche Testfahrten durch und kaufte 1927 und 1928 weitere 13 Exemplare.
Die meisten Sentinel der LMS wurden 1935 stillgelegt, der letzte im Dezember 1936. Der letzte bei der LNER 1947.

Weitere Informationen: https://www.lner.info/locos/Railcar/sentinel.php

Modelle: Langley bietet einen Weißmetallbausatz für Nenngröße N an und Nu-Cast für 00.

Clayton Steam Railcar

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Text in Arbeit

Weitere Informationen: https://www.lner.info/locos/Railcar/clayton.php

Modelle: Von GP Models gibt es einen Bausatz für Nenngröße 0.

London & North Western Railway

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Zwischen 1905 und 1907 entstanden die sechs Dampftriebwagen der London & North Western Railway mit jeweils 48 Sitzplätzen.

Die Maschinen kamen beim Grouping 1923 zur London Midland and Scottish Railway. Einer überlebte sogar die Verstaatlichung und wurde im Februar 1948 stillgelegt. Damit war er der am längsten im Einsatz befindliche Dampftriebwagen Großbritanniens.

Das linke Bild zeigt die Bicester Town Station, das rechte Bild die Woburn Sands Station, beide um 1910.

LSWR & LBSCR Joint

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1902 stellten die London and South Western Railway (LSWR) und die London, Brighton and South Coast Railway (LBSCR) für ihre gemeinsam betriebene Strecke von Fratton nach Southsea zwei Dampftriebwagen in Dienst. Eine Fahrt dauerte fünf Minuten und kostete damals umgerechnet 17 Pfennig in der Ersten und 8,5 Pfennig in der Dritten Klasse. Die Fahrzeuge boten Platz für 42 Passagiere und waren bis 1919 im Einsatz. Einer der beiden wurde 1902 für Testfahrten zwischen Stroud Chalford und Stonehouse in Gloucestershire an die Great Western Railway verliehen.

Ab 1904 beschafften sich sowohl die LSWR (15), als auch die LBSCR (2) weitere Dampftriebwagen anderer Bauart um diese auf Ihren jeweiligen Strecken einzusetzen.

Southern Railway

Die Southern Railway ließ 1933 einen Sentinel Steam Railcar (auch als Southern Railbus bekannt) bauen für den Einsatz auf der Devil's Dyke Line. Ab 1936 wurde dieser testweise auf anderen Strecken eingesetzt. Leider blieb der Erfolg aus und der Wagen mit 44 Sitzplätzen wurde schon 1940 stillgelegt. Das Besondere an diesem Dampftriebwagen, was ihn von allen anderen Typen unterschied, war das für damalige Zeiten ungewöhnliche aerodynamische Design.

Bild: https://www.gracesguide.co.uk/images/7/74/Im1963EnV216-p224b.jpg

Taff Vale Railway

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Tom Hurry Riches, der Chefkonstrukteur der Taff Vale Railway (TVR) entwarf 1903 den ersten Gelenk-Dampftriebwagen. Eine zweckmäßige Bauart zeigten auch die Kessel dieser Dampftriebwagen (Zeichnung). Sie hatten eine viereckige Feuerbüchse, von der die Feuergase durch zwei gegenüberliegende Rohrwände nach den Rauchkammern und in den darüber befindlichen gemeinsamen Schornstein abziehen konnten. Das Feuerloch war an einer der Schmalseiten der Feuerbüchse angebracht. Die Feuerbüchsdecke war mittels Längsbarren versteift. Über diesen liegt der kuppelförmige Dom.

Bei dem kleinen Wasserraum der Triebwagenkessel und bei dem oft sehr wechselnden Dampfbedarf erforderte die richtige Speisung und Feuerung besondere Aufmerksamkeit. Es wurde daher der Versuch unternommen, die Brennstoffzufuhr und die Speisung nach Temperatur und Dampfdruck durch Vorrichtungen regeln zu lassen. Dieselben haben sich aber nicht bewährt, da sie mit der Regelung viel zu spät einsetzten.

Zwischen 1903 und 1906 nahm die TVR 18 Dampftriebwagen verschiedener Bauart in Betrieb, die teilweise bis in die frühen 1920er Jahre im Einsatz waren.

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TVR-Dampftriebwagen von 1903.
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TVR-Dampftriebwagen von 1906.

Diese Liste ist unvollständig und wird laufend erweitert.

Quellen

"Scientific American", New York, Mai 1903
"Zentralblatt der Bauverwaltung", Berlin, 9. April 1904
"Railway and locomotive engineering", New York, Juli 1903, Februar und November 1906, Juni 1907 und November 1927
"American engineer and railroad journal", New York, April 1907
"Enzyklopädie des Eisenbahnwesens", Freiherr von Röll, Wien 1912

Weblinks

https://en.wikipedia.org/wiki/Steam_railcar#Britain
https://en.wikipedia.org/wiki/British_steam_railcars
https://en.wikipedia.org/wiki/Railmotor
Hinweis: Auf allen drei verlinkten Seiten der Wikipedia gibt es Listen der Britischen Dampftriebwagen. Allerdings unterscheiden sich diese Listen erheblich. Vollständig ist keine davon.

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