Batterie-Lokomotiven und Akkumulator-Triebwagen
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Bereits vor 1900 experimentierte man weltweit mit batterie-elektrischen oder Akkumulator-Schienenfahrzeugen. Die allererste batteriebetriebene Lokomotive war die 1842 auf der Bahnstrecke zwischen Edinburgh und Glasgow getestete Galvani. Im Mai 1881 wurde eine elektrische Straßenbahn mit Akkumulatoren als Stromspeicher auf einer Strecke zwischen Montreuil und dem Place de la Nation getestet. Auch die erste Straßenbahn in Australien fuhr mit Batterien.

Ab 1902 verwendete Tweedales & Smalley, eine Fabrik für Textilmaschinen in Castleton, eine Batterie-Rangierlok auf dem Betriebsgelände mit Anschluss an die Lancashire and Yorkshire Railway (siehe Bild).

Seit 1905 wurden auch Batterielokomotiven bei einigen Londoner U-Bahn-Gesellschaften eingesetzt. Teilweise für Notfälle, wenn der Strom ausfällt, aber auch für Reparaturarbeiten. Das folgende Bild zeigt eine Akkumulator-Lokomotive der Metropolitan District Railway um 1910.

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Die London Underground hat heute noch Batterielokomotiven als Betriebsfahrzeug für Servicearbeiten in Tunnelabschnitten zum Einsatz, in denen die Stromschiene zu Wartungsarbeiten abgeschaltet ist.

Einige englische Gesellschaften schafften sich Rangierlokomotiven mit Batteriebetrieb an, darunter die Midland Railway (ab 1913), die North Staffordshire Railway (ab 1917) und die Lancashire and Yorkshire Railway (ab 1917 - siehe L&Y No.2). Alle drei kamen beim Grouping 1923 zur London Midland and Scottish Railway. Die Maschinen der MR und NSR waren sogar bei British Railways noch bis 1963 bzw. 1964 als BEL 1 und BEL 2 im Einsatz.

Von 1932 bis 1949 setzte die Great Southern Railways auf der Strecke zwischen Dublin und Bray sogar Akkutriebwagen, die sogenannte Drumm Battery Train, ein. Die Batterien wurden jeweils an der Endstation dann wieder aufgeladen. Mit ihrer 15,2-Tonnen-Batterie und 2 X 200 PS konnten die Triebwagen bis zu 80 km/h fahren und erzielten eine Reichweite von rund 130 km. Zwar liefen die Wagen lange Zeit im Dubliner Vorortverkehr und versuchsweise auf anderen Strecken, aber die Weiterentwicklung wurde nicht mehr als förderungswürdig angesehen und eingestellt. Als die Batterien das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hatten, wurden die Triebwagen 1949 ausgemustert, die Wagenkästen aber als Personenwagen weiterverwendet.

British Railways experimentierte zwischen 1958 und 1962 mit einem Akkumulatortriebwagen, dem British Rail BEMU (BEMU steht für Battery Electric Multiple Unit). Der zweiteilige Triebwagen ist erhalten geblieben und wird heute, nach dem Ausbau der Akkus, bei der Royal Deeside Railway als Personenwagen verwendet.

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Quellen

"Electrical Installations", Rankin Kennedy, Vol III, 1903
"Electric Railway Journal", New York, 25.6.1910

Weblinks

http://www.ucd.ie/merrionstreet/1930_drumm.html — Drumm Battery Train
https://en.wikipedia.org/wiki/Drumm_Battery_Train — Drumm Battery Train (Wikipedia)
https://www.britishpathe.com/video/a-revolution-of-transport — Video der Drumm Battery Train
http://www.igg.org.uk/rail/00-app3-4/ap4-ele.htm — Batterierangierloks der MR und NSR
http://www.rmweb.co.uk/community/uploads/monthly_03_2014/post-2484-0-33979200-1394741692.png — Erhaltene Batterielok der NSR
https://www.flickr.com/photos/64518788@N05/14218517060/ — Bild der MR Batterielok in BR-Livery
http://173.254.28.51/~highlev3/chris/Pages/lyrbatterypage.html — 00-Bausatz der LY&R Batterielok
https://en.wikipedia.org/wiki/London_Underground_battery-electric_locomotives — Batterielokomotiven der London Underground
https://en.wikipedia.org/wiki/British_Rail_BEMU — British Railway BEMU
http://www.deeside-railway.co.uk/rolling_stock/stock.html — Erhaltene BEMU bei der Royal Deeside Railway

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